• katrinbunner

Tajarin mit Zucchinipesto und Garnele


Die Garnelen werden in mit Kaffeebohnen aromatisiertem Olivenöl zubereitet und mit ein wenig Vanille gewürzt

Auf meiner letzten Dienstreise nach Milano traf ich unter anderem auf einen koch- und genussaffinen Geschäftspartner. Mit Gianfranco konnte man trefflich über die italienische Küche fabulieren. Er schwärmte mir von seinem Zucchinipesto vor, welches er liebend gern mit „schlanker“ Pasta und Garnelen serviert. Da in den heimischen Gärten ohnehin gerade die große Zucchinischwämme herrscht und meine Terrassenbeete nur so vor saftigem Basilikum strotzen, entschied ich mich, diese Inspiration umgehend aufzugreifen. Und so machte mich an die Sache. Das Pesto ist im Handumdrehen zubereitet; man kann es auch ein paar Stunden oder einen Tag vorher pürieren und dann im Kühlschrank aufbewahren.


Für die Pasta wählte ich die piemontesische Tajarin, eine mit relativ vielen Eiern hergestellte Pasta, die wir lieben. Sie ist schön dünn, nimmt feine Soßen und auch Pesto gut auf und ist in 3 min fertig. Spaghettini oder Capellini sind für dieses Rezept aber ebenso bestens geeignet.


Bei den Garnelen schaut man am besten, welche gute Ware man bekommen kann. Ich hatte das Glück, sogenannte Rosenberggarnelen, im Gegensatz zu den Tigerprawns handelt es sich hier um Süßwassergarnelen -in diesem Fall sogar aus Wildfang- erwerben zu können. Man oh man, das sind ganz schöne Oschis, und so reicht meist eine Garnele pro Person.


Bisher liebte ich es, derartige Meeresfrüchte nach dem Braten dezent mit ein wenig Kaffeeöl und einem Hauch Vanillepulver zu würzen. Da mein Kaffeeöl aber alle war, entschied ich mich dafür, ein paar Kaffeebohnen in der Pfanne mit zu schwenken, um so die Aromen an die Garnelen zu bekommen. Und was soll ich sagen? Klappte hervorragend! Das mache ich ab jetzt immer so. Ein winziges bisschen Vanille unterstützt zudem den feinen Geschmack von Garnelen und Hummer, aber Vorsicht- nicht zu viel verwenden. Und beim Pfeffer entschied ich mich für einen meiner Lieblinge, nämlich den Tellicherrypfeffer. Er kommt aus Indien und wird durch Fermentierung von echtem, roten Pfeffer gewonnen. Tellicherrypfeffer besticht durch seine intensive, aber feine und nussige Schärfe, die eine gewisse Wohligkeit ausstrahlt. Eigens für ihn investierte ich sogar in eine weitere, separate Pfeffermühle und gebe ihn direkt vor dem Essen frisch gemahlen über die Produkte. Solltet ihr nicht über Tellicherrypfeffer verfügen, tut es natürlich auch schwarzer Pfeffer. Aber meiner Meinung nach lohnt es sich, diesen zusätzlich diesen im Gewürzfach zu haben.


Zutaten für 4 Personen: 250 g Tajarin (alternativ Capellini oder Spaghettini) Salz Für das Pesto: 1 Zucchino, mittelgroß 100 ml Olivenöl 1 Bund Basilikum 60 g Pinienkerne, geröstet und abgekühlt 50 g Parmesan, gerieben 1 Knoblauchzehe Salz, Pfeffer 4 große Garnelen 3 EL Olivenöl 10 Kaffeebohnen 1 Knoblauchzehe, angedrückt 1 Prise Vanillepulver Salz Tellicherrypfeffer (alternativ schwarzer Pfeffer)


Zubereitung:

Die Zucchini würfeln und zusammen mit den anderen Zutaten in einem leistungsstarken Mixer kurz aber gründlich zu einem Pesto pürieren. (Nicht mehr als nötig pürieren, da es sonst leicht bitter werden kann.) Mit Salz und Pfeffer abschmecken. In eine große Pasta-Schüssel umfüllen.


Die Garnelen von den Panzern befreien (nur den Schwanz dran lassen), entdärmen, trocken tupfen und etwas salzen.


Die Pasta nach Packungsanweisung zubereiten, abgießen und mit dem Pesto vermengen. Ggf. etwas Kochwasser auffangen und die Geschmeidigkeit der Pasta einstellen.


Während die Pasta gart, das Olivenöl zusammen mit den Kaffeebohnen und der Knoblauchzehe erhitzen. Die Garnelen scharf von beiden Seiten kurz aber kräftig anbraten und in der Summe 2-3 min glasig garen. Dabei die Pfanne immer wieder schütteln und schwenken, damit sich das Kaffeearoma schön um die Garnelen legt. Mit einer Prise Vanillepulver und Tellicherrypfeffer würzen.


Anrichten:

Die Pasta in tiefe Teller geben, je eine Garnele obenauf setzen, pfeffern und ggf. mit etwas Zwergbasilikum dekorieren.


Das Gericht kann man innerhalb von 15 min zubereiten, und so ist es perfekt für den Feierabend geeignet. Ich wünsche euch einen sehr guten Appetit. Ob Gianfranco seine Garnelen zukünftig auch mit Kaffee und Vanillearomen versieht, weiß ich nicht, aber ich danke ihm für die spontane Idee.