• katrinbunner

Gebratener Fenchel, Stangensellerie, Kapern und Tomätchen mit Lupinenschrot


Der gegarte gelbe Lupinenschrot erinnert in seiner Konsistenz und Form ein wenig an Bulgur, ist aber charaktervoller

Lupinenschrot? Noch nichts davon gehört? Na, dann wird es aber Zeit ;-). Während des ersten Corona- Lockdowns partizipierte ich an einer von Slowfood organisierten, virtuellen Leguminosenverkostung. („Leguminosenverkostung“ ist übrigens auch ein schönes Wort für`s Galgenraten - zumindest für diejenigen, die das Spiel noch kennen - oder?) Hinter dem Wort "Leguminosen" verbirgt sich nichts anderes als Hülsenfrüchte, also auch Erbsen, Linsen, Bohnen und Kichererbsen usw. An jenem sehr spannenden Abend stieß ich unter anderem auf eine Vielzahl von Lupinenprodukten, die mir vorher so gar nicht geläufig waren. Unter den Kostproben entdeckte ich so genanntes Lupinenschrot, gewonnen aus der Süßlupine. Ich empfand dieses als eine kulinarisch spannende Alternative zu Kartoffeln, Reis und sonstigen Beilagen.


Vegetarier betrachten Lupinenprodukte aufgrund des hohen Eiweißgehaltes als Fleischersatzquelle. Lupinenprodukte sind von Haus aus auch glutenfrei, reich an ungesättigten Fettsäuren und haben einen niedrigen glykämischen Index, d.h. sie lassen den Blutzuckerspiegel nicht so schnell ansteigen. Zudem fallen sie unter die sogenannten „Low Carb“ Produkte und werden basisch verstoffwechselt - also rundherum als gesunde Alternative empfehlenswert.


Nach diesem etwas oberflächlichen Exkurs in die Ernährungsphysiologie muss ich gestehen, dass ich Lupinenschrot aber vor allem als eine süßlich-nussige Ergänzung mit feinem Biss sehe. Und da das Produkt mittlerweile auch im konventionellen Supermarkt erhältlich ist, findet es nun einen Platz in meiner Rezeptsammlung.


Ich habe mich für die mediterrane Richtung entschieden. Kombiniert wird der in Brühe gegarte Schrot mit gebratenem Fenchel und Zwiebeln, die auch die Röstaromen beisteuern, sowie mit Stangensellerie, Tomaten, Kapern und Kapernäpfeln. Für die Süße-Säure-Balance sorgen zudem ein Schuss Wein, etwas Orangensaft und ein ganz klein wenig Zucker, mit dem das Gemüse karamellisiert wird. So ist die ganze Zunge rund herum beschäftigt, und der Teller macht Spaß. Alles in allem ist das Gericht in zirka einer Viertelstunde tischfertig zubereitet.


Hoffe, das ich euch ein bisschen Appetit auf ein noch wenig bekanntes Produkt machen konnte. Viel Spaß mit meinem Rezept:


Zutaten:

150 g Lupinenschrot

1 große Fenchelknolle

3 Stangen Sellerie

1 rote Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1 EL Kapern

10 Kapernäpfel

5-6 getrocknete Tomaten

10 Kirschtomaten

3 EL Olivenöl

1 TL Kokosblütenzucker (alternativ normaler Zucker)

50 ml Marsala (oder anderer Kochwein)

100 ml Orangensaft


Topping:

Ein paar Blättchen Basilikum


Zubereitung:

Den Lupinenschrot nach Anweisung in Gemüsebrühe kochen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. (Es hat im finalen Zustand etwa die Konsistenz von Bulgur.)


Die Fenchelknolle halbieren, den Strunk herausschneiden und in ca. 3mm dünne Segmente schneiden. Die Zwiebel schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden. Den Stangensellerie in feine Scheibchen hobeln. Den Knoblauch schälen. Die getrockneten Tomaten in kleinere Stücke schneiden. Die Kapernäpfel von den Stielen trennen und größere Exemplare halbieren.


Den Fenchel in einer Pfanne mit heißem Olivenöl anbraten, ca. 1 min später die Zwiebeln zugeben und die Hitze etwas reduzieren. Beides zusammen etwas anbräunen. Hitzezufuhr wieder erhöhen, den Zucker zugeben, kurz karamellisieren und mit Marsala ablöschen. Den Marsala verdunsten lassen. Den Knoblauch ran pressen, den Orangensaft angießen und mit Kräutersalz würzen. Tomaten und Kirschtomaten zugeben und offen bei kleiner Hitze weitergaren. Wenn der Orangensaft eingekocht ist und der Fenchel die gewünschte Bissfestigkeit hat (das dauert ca. 10 -12 min), den Stangensellerie sowie die Kapern und Kapernäpfel unterheben und kurz mit erwärmen. Das Gemüse mit Salz und Pfeffer abschmecken.


Anrichten:

Den Lupinenschrot mit dem gebratenen Gemüse in einer Bowl oder auf einem Teller anrichten und mit Basilikumblättchen garnieren.


Guten Appetit!